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Diese Türme filtern Wasser aus der Luft und versorgen arme Dörfer mit Trinkwasser

Laut der WHO haben über eine Milliarde Menschen keinen gesicherten Zugang zu sauberem Trinkwasser. So geht es auch zahlreichen Bewohnern des ländlichen Äthiopiens.

Der italienische Architekt Arturo Vittori hat ein Dorf mit diesem Problem besucht und sah die Wasserknappheit aus nächster Nähe. «Ich besuchte das kleine Dorf Dorze in Äthiopien und sah Frauen und Kinder jeden Tag kilometerweit laufen, um etwas Wasser nach Hause zu bringen», sagt er dem londoner Designmagazin «dezeen». Oftmals sei das Wasser aber mit menschlichen oder tierischen Fäkalien verschmutzt gewesen. Da kam ihm die Idee für die Warka-Wassertürme.

Ein Warka-Wasserturm in Äthiopien.

Was sind Warka-Wassertürme?

Die Warka-Wassertürme sind fünf bis zwölf Meter hohe Baumbusgerüste, auf die ein feines Polyester-Netz gespannt ist. Das Netz sammelt Feuchtigkeit aus der Luft und lässt es durch ein Filter-System in einen Tank fliessen.

Der Warka-Turm funktioniert am besten in Gebieten, wo viel Luftfeuchtigkeit herrscht. Aber grundsätzlich wäre er fast überall einsetzbar. «Auch ohne Regen oder Nebel findet in der Nacht Kondensation statt», erklärt Vittori der «BBC».

Die Türme sind komplett biologisch abbaubar und aus 100 Prozent recycelbarem Material gefertigt. Ein Turm kann ein Dorf mit 40 bis 80 Litern Wasser pro Tag versorgen. Um ihn zu bauen und aufzustellen braucht es keine Maschinen oder teure Geräte. Ein fünf Meter hoher Baum kostet etwa 3’000 US-Dollar.

Woher kommt die Idee?

Die Idee für den Turm kam Architekt Vittori, als er für die NASA ein Konzept für eine Mondbasis designte: «Wenn du für so eine extreme Umgebung wie den Weltraum designest, musst du Wasser von der Erde mitbringen und dann sicherstellen, dass es in einem geschlossenen System wiederverwertet werden kann». Der Name Warka kommt vom Warka-Baum. Ein Feigenbaum, der in der Gegend um das Dorf wächst.

So sieht ein Warka-Baum aus.

Neben den ersten Warka-Türmen in Äthiopien stehen inzwischen auch schon welche auf Haiti und bald Togo. Vittori ist es wichtig, dass die Türme mit Material gebaut werden können, das es in der Nähe gibt. So wird in Togo beispielsweise mit Palmenblättern experimentiert. Wenn Vittori das Design perfektioniert hat, möchte er es gratis für alle auf der Welt zur Verfügung stellen.

Der Turm soll einfach zu bauen sein.

Eine kurze (englische) Doku von dezeen kannst du hier ansehen:

Alle Bilder: Warkawater.org